Bilderbuch-Atmo in Braunschweig

Pünktlich zum Auswärtsspiel gegen Eintracht Braunschweig zeigte sich auch Niedersachsen in seinem allerschönsten Herbst-Gewand: strahlend blauer Himmel, goldene Felder, viel grünes Flachland und buntes, umherfliegendes Laub – eine Bahnfahrt mit Bilderbuch-Atmosphäre. Unsere logische Schlussfolgerung: Auch das Spiel wird ganz sicher eine Bilderbuch-Nummer werden! Weiterlesen

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45 Punkte, Platz 7 und grenzenlose Liebe!

So eine Auswärtsfahrt ist ja immer etwas ganz Besonderes. Schon Tage vorher wird wild diskutiert, wie viel Sekt/Mate/Limo/Bier (und offensichtlich auch Wanne-Eickeler Mond-Likör) ins Gepäck kommen, wer die Doppelkekse besorgt (die man dann doch nicht isst) und ob es Nudelsalat oder Würstchen geben soll. Dieses Mal wurde die Vorbereitungsphase sogar noch einmal zusätzlich erschwert, denn es wurde zur Mottofahrt mit „hässlichen Trikots“ geladen. Und mit Trikots ist das ja so eine Sache: Sonderlich „kleidsam“ sind die Dinger nicht, und mal ganz abgesehen davon, sind sie echt schwitzi! Aber gut, die Reise-Gruppe Grenzenlos/Artivisti/Eldo hat sich natürlich trotzdem entsprechend in Schale geworfen und ist mit Osna, Union, Wacker und neongrünem Himmelmann im Sonderzug aufgelaufen. Läuft. Weiterlesen

Wir müssen das Feuer neu entfachen – GEMEINSAM

Geliebter FC Sankt Pauli,

in den letzten Monaten bist du durch die Hölle gegangen. Seit dem 10. September konntest du keinen Sieg mehr verbuchen, das ist schon fast ein Vierteljahr. Drei Monate, die verunsichern. Drei Monate, die frustrieren. Drei Monate, in den man sich Tag für Tag deprimierende Artikel und Analysen zum Untergang des Vereins durchlesen musste. Aber es ist, wie es ist. Wir können uns nicht einfach aus der zweiten Bundesliga abmelden und uns ein neues Hobby suchen. Wir müssen das jetzt durchstehen. Wir müssen unsere Arschbacken zusammenkneifen und kämpfen. Kämpfen, als gäbe es kein Morgen mehr. Kämpfen um die Punkte, um uns, um Ewald. Ich bin mir sicher, dass wir noch wissen, wie es geht. Der FC Sankt Pauli liegt doch tief in uns. In den Herzen der Spieler, in den Herzen des Vereins, in den Herzen der Fans.

Darum: Lasst uns heute nicht ins Stadion gehen und denken: Das wird doch eh nichts. Wie hoch werden wir wohl heute verlieren? Nein! Lasst uns wieder aufgeregt sein. Voller Vorfreude. Zieht endlich wieder eure Glückssocken an, freut euch auf das Spiel.

Und genau das wünsche ich mir auch für unsere Jungs auf dem Rasen. IHR könnt es schaffen. Ihr seid der FC Sankt Pauli. Ihr seid Helden in Braun-Weiß. Es steckt in jedem von euch, ihr müsst nur das Feuer wieder neu entfachen. Das Feuer, das in den letzten drei Monaten vom Druck erstickt wurde. Versucht all das einfach zu vergessen, ich bitte euch. Wenn ihr heute durch den Tunnel geht, stellt ihr die Uhren zurück auf Null. Ihr habt weiß Gott nichts mehr zu verlieren, dann könnt ihr auch kämpfen, dreckig wenn es sein muss – und uns zeigen, dass ihr noch lebt. Dass ihr der magische FC seid, den wir so lieben. Dass der FC Sankt Pauli die einzige Möglichkeit ist – und bleibt. Wir werden für euch da sein, werden laut sein. Werden an euch glauben. Denn: Für immer mit dir!

Gemeinsam sind wir stark, sie brechen uns nie! Und heute Abend
ALLE ZUSAMMEN, so laut wie noch nie!

oder mit anderen Worten:

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Wie soll das enden?

Ach Fußball, du alter Haudegen. Im Moment verlangst du uns echt einiges ab. Die Situation könnte nicht trister sein. Tabellenletzter. Immer mehr Verletzte. Ausbleibender Erfolg. Nicht mal ein Punkt wird uns gegönnt. Nicht mal ein kleiner Hoffnungsschimmer am Fußball-Horizont. Und warum? Die Antwort liefert uns das Hamburger Abendblatt:

bildschirmfoto-2016-10-16-um-14-27-34Was willste dazu noch sagen? Der Fußball-Gott hat offensichtlich gerade genug mit den Nachbarn aus Stellingen zu tun. Wir müssen es also wieder einmal ohne ihn schaffen. Hier und dort wird mittlerweile heiß diskutiert, ob Ewald Lienen noch der Mann ist, der diesen Job übernehmen kann. Eine Diskussion, bei der es mir persönlich schwerfällt, Position zu beziehen. Ich halte Lienen für einen großartigen Kerl, der nicht nur Fußballverstand und Erfahrung besitzt, sondern auch Hirn und Herz („Ich lass mich fallen und du fängst mich auf“). Ein Mann, der St. Pauli im Gegensatz zu manch anderem verstanden hat, was ihn für mich, für uns, für die Mannschaft zu einem tragenden Element macht. Aber woran bitte liegt es dann? Können Mannschaft und Trainer vielleicht nicht mehr miteinander? Wie erklären wir es uns sonst, dass eine fast identische Mannschaft plötzlich nicht mehr siegen kann und zeitweise kein Fünkchen Leidenschaft mehr zeigt? Ist die Luft raus, der Drops gelutscht, das Pulver verschossen?

Ich für meinen Teil hoffe, dass das Trainerteam diese Frage dringend für sich klärt. Genau wie übrigens jeder im Stadion dringend für sich klären sollte, ob Support während des Spiels eigentlich wichtig ist. Ich war am Freitag wirklich erschüttert, wie unglaublich deprimierend es auf der Süd war. Freitagabend, Flutlicht und die Chance, den Zauber des Millerntors zu entfachen – aber die Kurve pennt. Vor uns auf den Stufen lauter bewegungslose Gesichter ohne Emotionen, ohne auch nur einen Pieps zu machen. Und das wohlgemerkt, obwohl wir in Führung lagen. Obwohl die Jungs da unten echt versucht haben, das Unvermeidliche zu verhindern. Soll es jetzt so weitergehen? Dass wir nur noch die letzten zehn Minuten laut sind und den Rest der Zeit nur auf dem Zaun und von 50 Hanseln supportet wird? Soll das St. Paulis Zukunft sein? Keine Frage, ich verstehe jeden, der keinen Bock auf 90 Minuten Dauer-Support hat. Und jeden, der auch mal die Schnauze voll hat, wenn es nicht läuft. Aber ist das die richtige Message an die Mannschaft? Setzen wir so ein Zeichen dafür, dass Sankt Pauli die einzige Möglichkeit ist? Für immer mit dir? Erinnert ihr euch?

Ich glaube, dass St. Pauli sich wiederfinden muss. Auf dem Rasen und auf den Rängen. Denn sonst ist die braun-weiße Krise leider unausweichlich.

 

Weitere Texte in Wort und Bild

Nice Guys – #senfdazu26

Beeblebox – Zweimal drei sind sechs zu wenig

Millerntor Hamburg – Zu früh gekommen

USP – Bilder vom Heimspiel