Julklapp in Köpenick

Sofort nach Abpfiff des Union-Spiels musste ich an den unvergessenen Werbeslogan aus dem Mund des Kaisers denken: „Ja, is‘ denn heut’ scho‘ Weihnachten?!?“

Die Mannschaft des FCSP hat sich am Montagabend (…) anscheinend so darüber gefreut, endlich mal wieder nach Berlin kommen zu dürfen, dass sie den Eisernen gleich zwei dicke Geschenke mitgebracht hatte: zunächst griff Litka in der 12. Minuten fachmännisch in den Julklapp-Sack und leitete mit einem unnötigen Ballverlust kurz vor der Mittellinie das 1:0 für Union ein. Daraufhin war die Stimmung mannschaftsintern wohl so gut, dass Sobiech noch vor der Halbzeit gleich ein zweites Mal in die Tüte griff und einen zweiten haarsträubenden Ballverlust hervorzauberte – ist es denn die Möglichkeit, wieder ein Tor für Berlin, 2:0! Die Gastgeber waren ganz aus dem Häuschen, haben sich artig bedankt und ordentlich gejubelt.

image1Im braun-weißen Fanblock ging es dagegen mit Ernüchterung in die Pause. So weit so gut, das mit den Gastgeschenken war sicher nett gemeint, aber jetzt mussten sich die Berliner doch auch mal revanchieren! Aber leider scheint es da im Vorwege der Partie gewisse Kommunikationsprobleme gegeben zu haben. Die Eisernen waren über den Geschenkeaustausch anscheinend gar nicht richtig informiert worden! (@Medienabteilung des FCSP: Was ist da schief gelaufen?!?) Union leistete sich auch in Halbzeit zwei keine Fehler, die erhoffte Ergebniskorrektur blieb leider aus, auch wenn Braun-Weiss in Hälfte zwei für meine Begriffe deutlich engagierter daher kam (auch die Einwechslungen brachten leider nicht den gewünschte Erfolg). Nebenbei: Kommunikationsprobleme gab es auch auf den Rängen, wo wir mit einem gewissen Wurstwaren-Überangebot zu kämpfen hatten. Der Support aus den Reihen der Grenzenlosen (mit Berliner FCSP-Support im Schlepptau) kam insofern relativ senflastig daher – dickes Sorry dafür.

Was fällt mir sonst noch ein? Ach so: Stichwort „Rotation“. Ewald hatte ja zu Spielbeginn mächtig rotiert (Stichwort „Englische Woche“). Wenn er damit erreichen wollte, dass auf den Tribünen ebenfalls ordentlich rotiert wird, hat er sein Ziel erreicht. Grenzenlos-Mitglied A. schimpfte vor mir wie ein Rohrspatz, selbst war ich ebenfalls mehrfach auf 180. Weitere Anwesende wie Nicht-Anwesende flüchteten sich schutzsuchend in die Resignation. Von Grenzenlos-Mitglied J. erhielt ich nach Spielende die lakonische Nachricht: „Das ist der Grund, warum ich nicht mehr nach Berlin fahre…“ Noch Fragen?

In der Nacht habe ich überlegt, was die Berliner wohl in der Rückrunde mit nach Hamburg bringen, um die verpatzte Geschenkübergabe zu kompensieren: ein Eigentor? Einen Handelfmeter? Eine klassische „Nimm-Du-ihn-ich-hab-ihn-sicher“-Situation? Offene Schnürsenkel? Was auch immer es sein mag – Hauptsache es gibt Geschenke. Auf St. Pauli sind wir da (in dieser Saison) nicht besonders wählerisch.

Wir sehn uns in Hannover! 

 

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Ein Gedanke zu “Julklapp in Köpenick

  1. Netter feuilletonistischer Artikel, aber es muss doch nach diesem Saisonanfang auch mal gefragt werden, woran liegt es, dass hinten die Null nicht mehr steht und vorn häufig tote Hose ist. Ok, die Mannschaft kämpft (außer gegen Braunschweig), aber was ist die Spielidee? Aus der Abwehr heraus schnelles Umschaltspiel? Bisher nicht gesehen. Und warum häufen sich bei uns momentan die individuellen Fehler. Vielleicht hat ja jemand eine Antwort auf meine Fragen.

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