Da war mehr drin!

Normalerweise würde ich ja sagen: ein Punkt ist besser als kein Punkt. Aber heute greift diese Fußball-Floskel einfach nicht. Da war nämlich echt mehr drin, lieber FC St. Pauli!

Dabei lief die erste Halbzeit gegen den Karlsruher SC doch eigentlich recht anständig. Kein überwältigender Fußballzauber, aber doch ein solider Auftritt unseres magischen FCs. Von Anfang an die bessere Mannschaft auf dem Platz, vorne noch nicht so zwingend offensiv, wie man es sich wünschen würde, aber dafür defensiv sehr gefestigt. Und hey: man muss ja auch erstmal warm werden und so, was bei beiden Teams allerdings rund 20 Minuten gedauert hat. In der 22. konnte der KSC erstmals mit einem schnellen Konter glänzen, der aber zum Glück noch abgefälscht wurde und im Außennetz gelandet ist. Der Weckruf für unsere Jungs, die daraufhin eine echt gute Chance durch Buchti rausgespielt haben, der aber leider kurz vorm Pfosten in den Armen des Keepers endete. Tja, aber immerhin nahm das höfliche Geplänkel langsam an Fahrt auf.

Und dann ganz unverhofft: zack, bumm, Tor! Die Fußballkneipe unseres Vertrauens außer Rand und Band – wir führen! Geiler Scheiß! Schlechter Rückpass zum Torwart, der von Choi gestört wird und den Ball dadurch glaube ich selbst vor sein leeres Tor geschossen hat, so dass Aziz Bouhaddouz freie Bahn hat – vielen Dank dafür. Solche Geschenke bekommen ja normalerweise immer nur die anderen.

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Motto der Saison 2016/2017: Glaube, Liebe, Hoffnung – und Geduld

Die zweite Hälfte begann so vielversprechend, wie die erste endete. Wir klar die bessere Mannschaft, der KSC überraschend hilflos und über weite Strecken echt schlecht organisiert. Null Gefahr. In der 50. Minute nahm das „Elend“ dann allerdings seinen Lauf. Angefangen mit einer wirklich 125%igen Chance für Braun-Weiß. Geiler Pass von – ich glaube – Miyaichi  auf Bouhaddouz, der es aber in letzter Sekunde verkackt und den Ball direkt in die Arme von Vollath schießt. Den hätte er echt machen müssen. Ganz entspannt das 2:0 eintüten, dann wäre alles geritzt und die Karlsruher endgültig demoralisiert gewesen. Aber nein… stattdessen spielen wir das gleiche Spiel lieber fünf Minuten später nochmal und vergeben erneut eine 100%ige. Langsam beginnt die Fußballkneipe unseres Vertrauens zu brodeln. Erste „du Bratwurst“-Rufe werden wahrgenommen.

Und dann kommt es auch schon, das unvermeidliche Gegentor, vom Sky-Kommentator als „Traumtor“ beschrieben, bei dem sich Diamantakos inmitten unserer Abwehr ganz ungestört drehen und abziehen kann. Zack. Da biste 56 Minuten lang die deutlich bessere Mannschaft auf dem Feld und schwupps 1:1. Und mit genau diesem Treffer erwachten plötzlich auch sämtliche Karlsruher Fußballgeister wieder zum Leben. Plötzlich hatten wir wieder einen Gegner, der ganz offensichtlich auch noch vorhatte, den nächsten Treffer zu versenken. Und da war sie wieder, diese sankt paulianische Unruhe im Magen, die Angst, dass wir es in der letzten halben Stunde noch so dermaßen verkacken, dass wir ohne Punkte nach Hause fahren müssen. Dabei müsste es doch gerade eigentlich 3:0 für uns stehen. Mindestens.

Aber statt einer prompten Antwort von unserer Seite, kommt es auch noch fast zu einem Eigentor von Sobiech. Mannomann. Zum Glück sind uns die Karlsruher aber nur zehn Minuten lang wirklich überlegen, danach hat sich die Nummer ja wieder halbwegs eingependelt mit klar überlegenen Sankt Paulianern, die es aber trotzdem nicht hinbekommen, die Punkte einzutüten. Bestes Beispiel Duksch, der ihn direkt vorm Tor einfach nur noch hätte reindrücken müssen, aber sich offensichtlich dem Motto des heutigen Tages anpassen wollte: nämlich das 100%ige Chancen noch lange kein Grund sind, sie auch verwandeln zu müssen.

Stillleben

Kneipen-Stillleben

Aber gut, am Ende des Tages nehmen wir also nur einen Punkt mit nach Hause und bleiben mit vier Punkten auf Platz 14. Heute wäre definitiv sehr viel mehr drin gewesen – aber ich denke, dass es am besten ist, das ganze dennoch halbwegs positiv zu bewerten. Denn: Immerhin haben wir uns diese Hammer-Chancen schonmal herausgespielt. Es fehlt nur noch der allerletzte Schliff. Hoffentlich. Aber wie Grenzenlos-Ehrenmitglied F. es heute so treffend formulierte: Langsam aber sicher bekommt man das Gefühl, dass sich die Mannschaft gefunden und eingespielt hat. Es läuft – bis auf die paar Aussetzer. Aber mit Bouhaddouz haben wir da vorne n richtig guten Typen am Start, der ein solides Timing hat. Darum packen wir jetzt alle mal eine Portion Optimismus in unsere Taschen und rocken am Donnerstag einfach 1860 vom Platz.

Schönen Sonntag, AHOI!

Weitere Berichte in Wort & Bild

… warten wir noch drauf! Sitzen wohl alle noch im Bus nach Haus. Gute Heimreise!

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