Kein Gold auf dem Weg zum Silber

Freitagabend, Heimspiel, Sonne, Flutlicht – aber nur ein Punkt für den Weg nach oben! Gegen die Eisernen aus Berlin ist nichts zu holen.

Endlich! Die Länderspielpause ist vorbei. Freitag. Top Wetter. Gute Laune und Heimspiel gegen die Union aus Berlin. Ein Gegner gegen den – zumindest ich – noch keine Niederlage gesehen habe. Gute Vorzeichen also für eine freudige Partie, auch wenn heute viele unserer Grenzenlosen leider nicht live dabei sein konnten – bzw. ausnahmsweise von der Nord aus supportet haben.

Schon vor dem Spiel wurde auf den Stufen eifrig diskutiert. Der Hoffnungsschimmer allen ganz klar vor Augen. Können wir heute drei Punkte einfahren und Nürnberg patzt am Sonntag, sind wir wieder im Spiel. Alles ist möglich! Tja. Doch leider stellte sich ziemlich schnell nach Anpfiff heraus, dass eben doch nicht alles möglich ist. In der ersten Hälfte lagen nicht nur die Feldvorteile bei den Berlinern, sondern auch die stimmlichen. Und ich muss an dieser Stelle leider sagen: So war es bei uns auch mal! Wir waren laut! Wir waren leidenschaftlich, haben über 90 Minuten alles gegeben! Aber heute kriegen ja 90 % des Blocks beim Klatschen nicht mal mehr die Arme hoch! Und ich habe langsam echt Mitleid mit uns, mit unseren Vorsängern, mit den Verbannten, die alles dafür geben würden, an unserer Stelle supporten zu dürfen. Was ist nur los mit uns, frage ich mich? Aber gut, in der zweiten Halbzeit wurde es dann ja doch noch etwas besser. Zeitweise konnten Gegengerade und Südkurve die eisern Singenden sogar ganz gut in Schach halten. Es geht also. Aber warum nur 20 Minuten pro Spiel?

Aber kommen wir zurück zum Spiel. Wie bereits gesagt: Feldvorteile bei Berlin und ein tapfer kämpfender FC Sankt Pauli, der aber alle Kräfte in der Abwehr bündeln musste, sodass sich auf unserer Seite keine nennenswerten Chancen ergaben. 0:0 stand es zur Halbzeit und leider muss dazu ergänzt werden – zum Glück! Denn nur dank einer absolut himmlischen Rettungstat unseres grandiosen Keepers durften wir uns weiter über die Null freuen. Rund fünf Minuten vor Abpfiff lenkte unser Schlussmann den Ball eng am Tor vorbei – wie in einem Guss, als wenn Himmelmann und der Ball eins wären. Der absolute Wahnsinn! Erstmal durchatmen und mit zittrigen Fingern eine Kippe anzünden. Uff!

1Mit der Kraft eines Bismarckherings im Magen, ging es dann in eine zunächst vielversprechendere zweite Halbzeit. Die Union war zwar weiterhin sehr gefährlich, agil im Spielaufbau und feuerte auch auf den Rängen – inkl. kurzer Pyroshow – einiges ab, doch es ergaben sich deutlich mehr Chancen für unseren magischen FC, vor allem für Thy und Rzatkowski, die aber leider trotz aussichtsreichen Positionen vergaben.

In der 77. Minute wurde dann ein von mir langersehnter Moment endlich wahr: Die Einwechslung von Ryo Myaichi. Nach langer Verletzungspause endlich wieder an Bord, teilweise noch etwas übermotiviert, zeigte er viele gute Ansätze. Am Spielergebnis konnte jedoch auch er nichts mehr ändern. Letztendlich hieß es also wie befürchtet 0:0, da sich beide Mannschaften über weite Teile gegenseitig neutralisierten. Und, … ich wollte es nicht schreiben, muss es aber einfach so sagen: sie trugen eher dazu bei, dass meine Vorfreude auf die musikalische Darbietung eines unserer Grenzenlosen im Birdland von Minute zu Minute gesteigert wurde.

Und was nun?

Oftmals kann ein 0:0 ein sehr interessantes Spiel gewesen sein: rasante Kombinationen, hitzige Fights, viele gelbe Karten, Herzschlag, Kurzatmigkeit, Nervosität und Fingerknabbern inklusive. Nichts davon traf auf das gesehene Spiel zu. Schade eigentlich! Waren doch die Vorzeichen dank Wetter, Laune und längerer Heimspielabstinenz sehr gut. Aber was soll’s. Die Vorfreude auf die verbliebenen drei Heimspiele bleibt – zumindest bei mir – ungemindert, und das aus gutem Grund. Wir haben bisher eine unfassbar starke Saison gesehen, die trotz einiger Fehlschläge weiterhin Spaß bringt. Auch wenn Nürnberg uns am Sonntag keinen Gefallen getan hat und uns immer weiter davonmarschiert. Ich weiß, viele haben das Gefühl, dass die Saison für uns schon zu Ende ist, dass wir kein Ziel mehr haben – meiner Meinung nach Blödsinn!

Auch wenn der Aufstieg wohl kein Thema mehr ist, versuchen unsere Jungs weiterhin gute Leistungen zu bringen und mit solider Arbeit einen guten Saisonabschluss zu liefern. Das hat Freitag vielleicht nicht so gut funktioniert, aber der Wille und die Ansätze waren allemal da. Die Boys in Brown kapitulieren nicht, sondern versuchen das zu versilbern, was mit Einsatz und Zusammenhalt erreicht wurde. Das macht doch Bock auf die letzten sechs verbliebenen Spiele.

Ich freue mich drauf! Forza!

 

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