Klassenerhalt, nein danke!

Ich glaub‘, ich werd‘ verhoeked. Zweiter Kacksieg in Folge mit John als Torschützen. Der Relegationsplatz ist weiterhin in Reichweite. Bei aller Zufriedenheit könnte der nötige Biss für den ganz großen Wurf allerdings verloren gehen.

So leicht lassen wir uns nicht abschütteln. Schon gar nicht von siegeshungrigen Nürnbergern, hackenden Braunschweigern oder einem Boden, auf dem die Rübenernte besser gelingt ist als guter Fußball.

Der Kick war sicher nichts für Fußballgourmets. Über weite Strecken praktizierten die 22 Spieler einen erfolgreichen Protest gegen die übertragenden Sportsender und Donnerstags-Spiele. St. Pauli fiel wenig, Braunschweig gar nichts ein um für richtige Torgefahr zu sorgen. Das wurde nach dem Seitenwechsel auf hoppeligem und tiefem Grund nicht besser. Die Akteure machten den Eindruck, als hätten sie bereits 90 Minuten auf dem Geläuf hinter sich – inklusive Verstolperer, Grätschen und viel viel Geacker. Da passt es ins Bild, dass 50% Wille und 50% Rasenunebenheiten für das Tor des Tages durch John Verhoek sorgten. Volle Gönnung für John, dessen Spiel vor allem in der laufenden Saison mehr durch (Über)Motivation als durch glückliche Aktionen auffiel.

Wenig los war auch rund um den Stadioninnenraum. Dass viele Fans nicht nur auf optische, sondern auch akustische Unterstützung verzichteten, nun ja. Nur noch mal vor Augen geführt: Nach der Graupensaison im Vorjahr spielt unser Team weiterhin um Platz 3, und das gegen einen direkten Konkurrenten mit Reibungspotential. Letztlich ist es im Rund über weite Strecken so laut, da könnte ich mich montagmorgens auf den Paulinenplatz stellen und mehr Leute würden mitsingen. Muss jede(r) selbst wissen, ob das zu unserer Situation passt. Aber vielleicht ist so eine gefahrlose Saison auch ein Problem. Frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.

Mit dem Überschreiten der 40-Punkte-Marke haben viele bereits „Klassenerhalt“ geschrien. Nach dem Grauen der letzten Saison sind so viele Punkte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich ein toller Erfolg. Abgesehen davon, dass der Abstieg rechnerisch noch nicht bei 0% liegt, kann der Blick aus sportlich vernünftiger Sicht für den Rest der Saison nur noch nach oben gerichtet sein. Wenngleich ein Verbleib in Liga 2 das wahrscheinlichste Szenario ist, müssen Spieler, Verantwortliche und Fans aus rationaler Sicht den Gang ins Oberhaus anstreben. Denn – und da wiederhole ich mich nur sehr gerne: Wer weiß, ob wir nicht nächste Saison wieder im Keller der 2. Liga rumeiern. Ein Abstieg aus Liga 1 in Liga 3 ist hingegen nicht möglich!

Deshalb: Gegen den Klassenerhalt, pro Ligawechsel!

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