Es gibt Wichtigeres als Fußball

Es gibt sie, diese Tage, an denen Fußball zweitrangig ist. Oder 100-rangig. So, wie am 22. Spieltag. Dabei war zunächst eigentlich alles wie immer. Die Augen gehen auf, der Bauch kribbelt. Heute Abend Flutlicht-Spiel, Frankfurt weghauen, Punkte einsacken, wenigstens bis Sonntag kurz Platz 2 klarmachen und dann ein paar vom Aufstieg träumende Biere trinken. Denn aus der 1. Liga steigt man bekanntlich nicht so schnell in die Dritte ab.

Doch schon der erste Blick aufs Handy zeigt, dass heute alles anders ist. Ein neues Mitglied ist auf dem Weg zur Vertragsunterzeichnung, um in den Grenzenlos-Kader aufgenommen zu werden. Und wie ihr wisst, sind Neuzugänge immer besonders spannend. Doch dem ist nicht genug und so galt es auch noch die Rückkehr eines lang vermissten Grenzenlos-Spielers zu feiern, der nun endlich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Doch trotz all der Neuzugänge war auf den Grenzenlos-Stufen im Stadion relativ wenig los. Durchlebten die einen die wohl längste Auswärtsfahrt ihres Lebens, kümmerten sich die anderen um den lang vermissten Rückkehrer, weilte der Rest im Berliner Exil, dem Oberbaum Eck. Nur zwei hartgesottene Grenzenlose verblieben eisern auf der Süd um Doppelhalter und Wunderkerzen gemeinsam für den Rest des Teams hochzuhalten.

Im fernen Berlin: Es ist das erste Mal seit gefühlten hundert Jahren, dass ich ein Heimspiel verpasse. Aber es gibt sie halt, diese Wochenenden, an denen man einfach mal Freundschaften Prioritäten einräumen muss. Was natürlich nicht heißt, die Freundschaften trotz standhaftem fußballerischem Desinteresse nicht mit in eine St.-Pauli-Kneipe zu schleppen. Das Oberbaum Eck erinnert mich sofort an zu Hause. Dunkel, urig, gemütlich, Astra-Plörre ausm Hahn, Rauch. Ich verliebe mich sofort in diesen Ort. An meinem Tisch steht Sue, die genau wie ich Heimweh in den Augen hat. Sie würde normalerweise gerade auf der Gegengerade stehen und ist ebenfalls nur zu Besuch hier in Berlin. Wir sind im Herzen sofort verbunden. Bei Anpfiff staunen wir gemeinsam: Feuerwerk über dem Millerntor, anlässlich des Spieltagmottos, das so gut zu den letzten Monaten passt: Gemeinsam finden wir den Weg aus dunklen Zeiten. Wichtig, treffend, wunderschön!

Derweil auf der Süd: Wieder ein Spieltag, wieder ein viel zu selten gesehener Gast auf den Stufen, wieder ein 4:0? Egal. Der Kreis schließt sich. Heute wieder in sehr dezimierter Anzahl auf den Stufen. Doch heut ist das nicht so schlimm, denn heute ist ein guter Tag! Und schließlich bin ich hier immer in sehr guter Gesellschaft.

Nachdem endlich die Zaunfahne platziert werden konnte, denn schließlich hängt sie da ja schon seit 6 Jahren, war es dann auch angerichtet. Das Spruchband spricht Bände! Und dann auch noch das Feuerwerk. Einfach genau das Richtige an diesem Tag. Vielen Dank dafür. Nicht aufgeben: Immer weiter!

Währenddessen im Oberbaum Eck: Die ersten Minuten des Spiels sind nervenzerreißend. Auf der einen Seite steht grenzenloser Optimismus – schließlich haben wir ja gerade erst die Dosen besiegt – auf der anderen Seite steht das, was ich im Flachbild-TV zu sehen bekomme: Einen überraschend starken FSV. Aber hey, Sue, meine an Fußball desinteressierten Freunde und ich bleiben zuversichtlich. Und dann: Toooooor! Der ganze Laden jubelt. Das Oberbaum Eck bebt. Wahnsinn, das hätte auch am Millerntor nicht schöner klingen können! Ratsche verwandelt eiskalt – so schön wie letzte Woche gegen RB. Es verspricht ein wunderbarer Fußballabend zu werden! Doch während ich uns schon auf Tabellenplatz 2 funkeln sehe, gleicht der FSV postwendend aus, gerade mal eine Minute später. Na toll, denke ich. Also alles wieder auf Anfang, noch n Astra bestellen. Mit dem frisch Gezapften in der Hand dann die nächste Chance für unsere Jungs. Thy an den Pfosten. Naja okay, das wäre jetzt auch echt zu schön gewesen. Aber ich bin voller Optimismus, wie immer. Das wird schon noch.

Derweil auf der Süd: Frühes Tor, frühe Führung, auch ich war für mein Geschmack heute viel zu optimistisch. Und während noch gejubelt wurde, kam auch schnell die Ernüchterung. Aber heute auch irgendwie egal. Alles andere hätte mich wohl überfordert. Man will ja auch nichts überstrapazieren. Und es war ja auch klar. So einfach geht es am Millerntor eben nicht. Zu nah war Platz zwei, zu ausgelassen war der Jubel, zu unkonzentriert die Jungs auf dem Platz. Zu zäh der Spielfluss. Es war zu spüren: auch die Jungs auf dem Platz waren mit ihren Gedanken woanders! Kein Wunder, dass wir uns nach einer halben Stunden das nächste Tor einfangen.

GrenzenlosWährenddessen im Oberbaum Eck: Endlich Halbzeitpause. 1:2. Erstmal GRENZENLOS auf dem Klo verewigen. Danach kurze Freude, dass man für ein Bier nur zwei Minuten anstehen muss. Hat auch Vorteile, dieses Auswärtsgucken. Trotzdem, wir liegen zurück. Ich fange schonmal an die Daumen zu drücken und zum Fußballgott zu beten. Schließlich habe ich doch heute morgen im Bett noch von Platz 2 geträumt. Also, weiter, weiter, weiter! Die ersten Minuten sind vielversprechend. Es läuft. Der FSV nach wie vor bissig, wir halten aber eigentlich ganz gut dagegen. Bis zur 53. Minute. Eigentor. Och nöööö. Was soll das denn jetzt? 1:3? Mein Nebenmann flucht und sagt genau das, was wir alle denken. „Warum spielen wir gegen vermeintlich „einfache Gegner“ immer so eine Kacke zusammen?“ Tja, und auch meine Fußball-desinteressierten Freunde realisieren langsam: „Die spielen nicht so gut, oder?“ Nein. Tun sie nicht. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Genau wie mein Optimismus.

Derweil auf der Süd: Das Spiel geht seinen Lauf. Die Stimmung ist eher naja. Seit langer Zeit muss ich mich mal wieder über die Südkurven-Touristen hinter mir aufregen. Fast vergessen dieses Gefühl. Lasst das Gesabbel einfach sein, macht mit, lasst euch in den Bann ziehen und haut raus, es ist so einfach und so gut. Oder geht einfach in die Kneipe nebenan. Danke! Aber desto positiver bin ich mal wieder durch die anderen wunderbaren Menschen in meiner Nähe überrascht. Immer weiter!

Und ja, die Jungs haben einen schlechten Tag, zeigen nach letzter Woche und nach meinem Geschmack zu wenig! Lassen sich ausspielen. Lassen zu viel zu. Aber gut. Denke ich an letzte Saison zurück… Nein. Lassen wir das. Denn wir schauen nach vorne. Denn einiges und noch viel mehr ist möglich. Und das Stadion verabschiedet die Jungs gebührend und mit einem schallenden „You never walk alone“. Das hätte anderswo auch ganz anders ausgehen können.

Währenddessen im Oberbaum Eck: Das Spiel ist aus. Mein Fußball-desinteressierter Freund sagt: „Krass, die singen ja immer noch.“ Ja, und es ist laut. Richtig laut. Ich habe Heimweh. Heimweh nach der Kurve, Heimweh nach Hamburg, Heimweh nach meinen Grenzenlosen. Der Blick geht auf’s Handy. Mein Nebenmann sagt, dass wir nach vorne mehr tun müssen, einen neuen Stürmer brauchen. So wird das nichts. Ich nicke und trinke mein Bier aus. „Noch eins, hm?“, fragt mein Fußball-desinteressierter Freund liebevoll und mitfühlend. „Ja, noch eins.“ Mein Optimismus ist dahin.

Aber noch etwas wird mir in diesem Moment klar: Es gibt an diesem Tag zwar keine drei Punkte zu feiern, aber trotzdem richtig viel Grund zur Freude. Freude, die viel größer ist, als Platz 2 in der 2. Bundesliga. Denn die Familie ist wieder komplett, ein Neuzugang aufgenommen. Fußball ist zweitrangig. Zumindest heute. Zumindest bis Sonntag. Wir sehen uns in Duisburg! Dann aber bitte nicht als Aufbaugegner für die Zebras, okay?

Weitere Berichte in Wort und Bild:

USP: Bilder vom Heimspiel

Stefan Groenveld: War was?

Magischer FC: Moppelkotze

Millerntor.Hamburg: Das Prinzip Hoffnung

Faszination Fankurve: Feuerwerk am Millerntor

Kleiner Tod: Fing gut an – mehr aber leider nicht

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