Im Wesentlichen besser

Weniger Abschlüsse, weniger Ballbesitz – aber mehr Tore. Dank eiskalter Konsequenz und kompakter Defensive tuckert St. Pauli mit den drei Punkten aus dem Frankenland nach Hause. Die Restsaison könnte deshalb spannender als befürchtet werden.

Der erste Spieltag nach der Winterpause ist immer etwas Besonderes. Wochenlang hat das Thema Fußball geruht, gab es auch mal „Wichtigeres“ zu tun. Aber wie immer fängt es drei, vier Tage vorher wieder an zu kribbeln. Dieses herrliche Kribbeln im Bauch, wenn der Fußball zurück ist. Wenn es endlich wieder ins Stadion geht, voller Spannung, was die restliche Spielzeit wohl bringen mag. Obgleich einem der fehlende Glaube an den Aufstieg und die fehlende Angst vor dem Absturz dieser Tage zu einer gewissen Grundgelassenheit führen. Gibt wie gesagt Wichtigeres.

Eiskalter Frühling

Auf der Hinfahrt, die Dank 55-Euro-Tickets sowohl günstig als auch komfortabel war, wurde munter diskutiert. Kann der magische FC noch oben mitmischen oder war’s das mit einer Pleite in Fürth jetzt? Dürfen wir uns erlauben, vom Relegationsplatz zu träumen oder geht’s jetzt ab ins müde Mittelfeld-Geplänkel? Die Antwort – so schien es – würden wir heute auf dem Feld zu sehen bekommen. Fürth als Wegweiser für den Rest der Saison.

Tja, und was soll man sagen: Die Sonne schien, obwohl Regen angesagt war. Und das tat nicht nur den mitgereisten Fans, die ihre Gesichter in der Bierschlange selig gen Sonne reckten, sichtlich gut, sondern auch Ewalds Jungs. Gut – mal abgesehen von den ersten 20 Minuten, in denen sie sich offensichtlich erstmal akklimatisieren mussten. Von Anfang an hielt die Spielvereinigung das Tempo hoch, zeigte Kreativität, scheiterte aber letztendlich doch immer wieder an einem großartigen Himmelmann und einer insgesamt sowohl aufmerksamen als auch rackernden Defensive. Der FCSP lief erstmal hinterher, wie so oft, wenn man an die letzte Saison zurück denkt. Ernüchternd. Doch im Gegensatz zur letzten Spielzeit haben sie sich wieder berappelt. Erfreulich, oder nicht? Mit dem Tor von Hornschuh in der 34. nahm das Spiel an Fahrt auf, es schien wieder alles möglich zu sein. Eine Euphorie, die auch im Block immer stärker spürbar wurde. Denn auch hier waren die ersten 30 Minuten leicht trantütig.

Was geht?

Während die Pausenführung noch etwas glücklich war, so unterstrich der gesamte Abwehrverbund in Hälfte Zwei, warum wir die drittwenigsten Gegentore der Liga haben. Den Fürthern nutzten da auch über 66% Ballbesitz, 20:8 Torschüsse und fast 60% gewonnen Zweikämpfe nichts. Phasenweise segelte der Ball nur so in unseren Strafraum – Gefahr entstand dabei selten. Darum, und weil Waldemar Sobota einen Sahnekonter fast im Alleingang – inklusive Heber – zum 2:0 verwandelte, war der Sieg dann doch irgendwie verdient. Übrigens: Es war das erste mal seit 17 Spielen, dass Fürth nicht gegen uns trifft! Dann brauch man in letzter Konsequenz nicht mal einen Torjäger, wie ihn sich viele in der Winterpause gewünscht haben. Ob der uns am Ende zu Platz 3 nicht doch fehlen wird, werden wir sehen.

Am Ende des Tages bleiben viele Fragen: Wird der FCSP weiter auf Erfolgskurs bleiben? Dürfen wir tatsächlich vom Relegationsplatz träumen? Und auf wen würden wir dort wohl treffen? Darmstadt? 96? Werder? Und darf die Deutsche Bahn eigentlich einfach so das Bordi dicht machen? Und: Wieso verkaufen sie in Süddeutschland ausgerechnet Jever aus der Dose? Fragen über Fragen! Und zumindest eine wird immerhin noch diese Woche beantwortet. Bis Freitag!

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