Besser nie als spät

Ein Punkt aus vier Spielen. Also inklusive Pokal. Gut also, wenn man dank Urlaub nur zwei davon mitbekommt. Während die Daheimgebliebenen Gegentore satt zu sehen bekommen, galt das bei mir nur für die Sonne. Dennoch gab es dank der Spiele an Rhein und Pegnitz ein wenig Fußball außerhalb des Millerntors. Ein Reisebericht mit Nürnberg-Schwerpunkt.

Montag. Zurück in Hamburg. Und das nicht nur aus Nürnberg, sondern gleich aus zwei Wochen Urlaub samt Süden, Sonne und so. Das hat gleich mehrere Vorteile. So bekomme ich viele Dinge aus dem Norden nur stark gefiltert mit. Dank Entfernung die schlechte Laune nach dem KSC-Spiel. Dank fragwürdiger Kommunikation mit den im Stadion Anwesenden, dass wir gegen den BVB nicht nur 0:1 verloren haben. Außerdem liegen dank der (südlichsten) Zweiten Liga (aller Zeiten?) garantiert ein paar Auswärtsziele auf der Route, wenn das Urlaubsziel nicht gerade Nordkap lautet. Die individuelle Anreise hat zudem den Vorteil, die lokale (Trink)Kultur in Ruhe kennenlernen zu können.

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Auch zu lesen direkt am Rhein – nix mit Fußball fürs Nazischwein.

So stand zum Auftakt der Reise das Düsseldorf-Spiel und damit – logisch – ein Besuch in Köln an (Hauptsache „Rheinland“). Herrliches Spätsommerwetter lud zum Flanieren am Wasser ein, wo der ein oder andere Sticker die Laune zusätzlich erhellte. Dass am Abend das Kölsch ebenso schnell floss wie der Rhein, versteht sich von selbst.

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Düsseldorf von seiner Schokoladenseite

Apropos Kölsch: Dass gab es einige Kilometer flussabwärts nicht. Dafür die andere Sorte Bier, die ebenso schmeckt. Ich Kostverächter mache da ungern Unterschiede. Derlei Haarspalterei überlasse ich dann doch lieber der ansässigen Bevölkerung. Die wiederum durfte sich in der Landeshauptstadt über einen knappen 1:0-Sieg gegen die Braun-Weißen freuen. Zum Spiel ist im Artikel „An Tagen wie diesem“ das Wichtige gesagt bzw. verlinkt. (Anmerkung: In Düsseldorf hieß die Überschrift noch „An Scheißtagen wie diesem).

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Vorfreude gut 1000 km südlich von Hamburg.

Auf der Rückreise wurde dann das Spiel in Nürnberg auf die Route gen Hamburg gebogen. Auch hier bot sich der Aufenthalt für mehr als 90 Minuten an. Neben den lokalen Brauspezialitäten lohnte sich die Frankenmetropole gleich in mehrfacher Hinsicht. Die mittelalterlich geprägte Innenstadt kann man sich alle paar Jubeljahre mal anschauen. Ebenso imposant sind die stadionnahen Riesenbauten aus der NS-Zeit. Das Reichsparteitagsgelände beherbergt mit der Kongreßhalle und dem Aufmarschareal auf dem Zeppelinfeld gigantomanische Zeugnisse der NS-Diktatur. Etwas merkwürdig mutete es da an, dass der Imagefilm im Stadion diese Bauten kommentarlos in eine Reihe mit Kirchen und Burgen der Altstadt stellte.IMG_2248IMG_2244

 

 

 

 

 

Die Nürnberger Arena konnte aufgrund der frühen Anreise bereits am Vortag in ihrer Schlummerphase in Augenschein genommen werden. Letzte Arbeiten am Rasen und geschlossene Biergärten verwiesen auf die Möglichkeit massentauglichen Fußballsports. IMG_223120141031_111552

 

 

 

 

 

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Der erwartet das Frankenland auch am 14. November, wenn der Klassiker deutschland gegen Gibraltar ansteht. Wer sich für dieses Premiumspiel der Extraklasse einige der wenigen verbleibenden Karten sichern will, kann das dank des beiliegenden Photos samt Bestellhotline gerne tun. Oder lassen.

Mit der eingangs bereits erwähnten herrlichen Ahnungslosigkeit ging es dann in das Spiel. Es fehlte nicht nur das emotionale Auf-und-ab der letzten Spiele, sondern auch jede Kenntnis der personellen Lage beim FCSP. Geradezu wohlwollend durfte zur Kenntnis genommen werden, dass Schachten wieder in der Startelf stand. Allzu viel Zeit für solche Überlegungen blieb aber nicht. Der Gästeblock hatte noch nicht einmal das „Aux Armes“ beendet, da stand es bereits 1:0 für die Richtigen. Maiers „Ich-würde-mal-behaupten:Schuss“-Flanke aus dem linken Halbfeld landete beim völlig freien Kopfballgeheuer Rzatkowski, der aus wenigen Metern einnickte.

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Dank Laufbahn genügend Parkfläche: Das Stadion in Nürnberg

Nach einer starken Anfangsphase und einer weiteren richtig guten Chance für Nehrig nickte dann aber das Spiel der Jungs in Weiß ein. Daubes Traumpass in die falsche Richtung fand Nürnbergs Sylvestre, der das Kacktor des Tages erzielte. Seinen ersten Versuch blockte Gonther noch, der zweite holperte als Bogenlämpchen über Tschauner hinweg ins Tor. Dass Nürnberg kurz darauf das 1:2 wegen Abseits wohl zu Unrecht aberkannt wurde – puh…. Bis zur Pause gab es also kaum Besserung.

Mit dem Seitenwechsel war das Spiel dann wieder ausgeglichener, ohne dass irgendwer dicke Chancen erarbeiten konnte. Wiederum Glück hatten wir, als Gonthers Foul im Sechzehner netter-, aber nicht korrekterweise übersehen wurde. Für richtige Glücksgefühle sorgte dann das Solo von Maier. Wie so oft zuvor zog er von links parallel zum Sechzehner Richtung Tor, verzögerte den Abschluss, um dann diesmal durch die Lücke zum 2:1 zu treffen – ein inverser Robben in flacher Ausführung sozusagen. Eine halbe Stunde vor Schluss mussten die Jungs diesen Vorsprung nun also halten.

Sack. Zu. Vorne nicht. Dann hinten. Ihr kennt das. Budimir verpasste aus spitzem Winkel ebenso wie Daube mit seinem Pfostentreffer frei vor Nürnbergs Schlussmann die Entscheidung. Der Minutenzeiger kam der 90 bedenklich nahe, als das unvermeidlich Vermeidbare dennoch passierte. Kurz vor Schluss fand Füllkrug im Strafraum von Tschauner durch ca. zehn braun-weiße Beine hindurch Sylvestre, der mit seinem zweiten Tor den unbefriedigenden 2:2-Endstand besorgte.

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Was bedeutet das? Helme ab? Pfefferspray für Fußballfans? Antworten bitte an drittehalbzeit@grenzenlos.de

Nach zuletzt drei Spielen ohne eigenes Tor hat es nun endlich wieder geklappt. Der späte Gegentreffer sieht kurz vor Ende des Spieltags dann in der Tabelle aber richtig kacke aus. Platz 17 ist es drezeit, auch wenn gleich vier vor uns liegende Teams die gleiche Punktzahl aufweisen. Ich erzähle nichts Innovatives, wenn ich einen anstrengenden Abstiegskampf bis weit ins nächste Jahr mit ungewissem Ausgang vorhersage. Die Leistung des FCSP an sich macht durchaus Mut, dass der Abstieg vermieden werden kann. Wenn man sich dann aber in Nürnberg nicht die drei Punkte krallt, ist und bleibt es schwer. Die Liga ist insgesamt aber weiterhin so ausgeglichen, dass bereits am Samstag gegen Heidenheim alles zwischen null und drei Zählern drin ist. Im Zweifel gerne mal mit etwas Glück dann letzteres.

Weiter Berichte in Wort und Bild:

Bilder bei USP

Bericht vom Kleinen Tod

Bericht bei Hamburg ist Braun-Weiß

Bericht des South End Scums

Bericht der Province Fanatics

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2 Gedanken zu “Besser nie als spät

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