„Wir sind noch nicht so weit“

24 Stunden nach dem „5-Chancen-4-Tore“-Spiel gegen den KSC kann ich immer nur noch eines: mit dem Kopf schütteln und betreten zu Boden schauen.

Klar, gegen Düsseldorf kann man mal verlieren. Gegen Karlsruhe auch. Aber wie mir scheint, „kann“ und „werden“ wir wohl auch alle anderen Partien in Liga 2 verlieren, zumindest, wenn es mit unserer nicht vorhandenen Effektivität vorm Tor so weiter geht.

Immerhin scheinen sich die Jungs ihrer derzeitigen glanzlosen Leistung vollkommen bewusst zu sein. Ich lese die Stimmen nach dem Spiel auf der offiziellen Vereins-Website zwar äußerst selten, da es doch immer wieder das selbe pr-lastige Geschwafel ist, doch gestern hat mich die schonungslose Selbstkritik wirklich positiv überrascht.

Flo Kringe: „Wir haben heute sehr gut angefangen, hatten die ersten 20 Minuten alles im Griff. Dann haben wir aus dem Nichts das Gegentor kassiert und den Faden verloren. Uns wollten die Basics nicht mehr gelingen und wir konnten unser Spiel nach vorne nicht aufziehen. In den letzten 25 Minuten haben wir es dann mit der Brechstange probiert, haben alles nach vorne geworfen. Nach dem 0:3 war das Ding dann durch.“

Enis Alushi: „Bis zur 20./25. Minute waren wir ganz gut im Spiel. Dann haben wir nach dem Tor die Kontrolle abgegeben. Wir haben uns völlig aus der Fassung bringen und vorne die Durchschlagskraft fehlen lassen.“

Lasse Sobiech: „Ein Tor hat uns heute komplett aus der Bahn geworfen und wir haben danach nicht mehr in unser Spiel von vorher zurück gefunden.“

Und auch unser Trainer Thomas Meggle versuchte endlich nicht mehr, die Geschehnisse zu beschönigen: „Uns fehlte der absolute Wille. Anscheinend sind wir noch nicht so weit“, ließ er in der PK nach dem Spiel verlauten.

Tja, wir sind also noch nicht so weit. Das ist mehr als offensichtlich, Freunde. Doch wann sind wir „so weit“? Wenn Schachten wieder in der Startelf steht? Wenn Verhoek im Fußball-Regelwerk das Wort „abseits“ nochmal nachschlägt? Wenn Nöthe lernt, auf seiner neuen Position nicht jeden dritten Ball zu verlieren? Wenn Azzouzi morgen früh aufwacht, und uns Ebbers, Bruns und Naki zurück holt? Ja nee ist klar!

Also ich weiß ja nicht. Ich fühle mich mittlerweile einfach nur noch wie ein alter Pessimist, der am Straßenrand sitzt, meckert und Passanten mit Kirschkernen bespuckt. Dabei will ich gar kein miesepetriger Pessimist sein. Ich möchte den Zauber zurück, die Euphorie. Auf dem Rasen – und übrigens auch auf den Rängen. Denn nicht nur der Fußball riecht nach kaltem Kaffee, sondern auch der Support gleicht im Moment nicht gerade einem Feuerwerk an Emotionen. Ich verlange ja von niemandem, dass er bei einem 0:4 noch im Hoppsalauf über die Blumenwiese rennt – aber in den ersten Minuten eines Spiels (ja, auch nach dem Konfettiwerfen noch) erwarte ich von allen Leuten vollen Support (und in den letzten Minuten eines Spiels erwarte ich übrigens, dass die Leute auf ihren Plätzen bleiben. Wo sind wir denn hier bitte?)

Und so oder so heißt es doch so schön:

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Aber gut, so ist es eben in der Liebe. Es gibt gute und schlechte Tage. Aber in mir steckt noch so viel Optimist, dass ich daran glaube, dass Meggle den Jungs Mut machen wird. Sie können alle Fußball spielen, das haben sie bereits bewiesen. Jetzt müssen sie nur noch „so weit“ sein. Und das am besten noch vor Weihnachten, wenns geht.

So, das soll es von uns an dieser Stelle gewesen sein. Wer mehr zum Spiel lesen möchte, schaut bei den Blog-Nachbarn vorbei:

Breitseite St. Pauli: Wie viel Leid erträgt ein Mensch? Oder die Unwägbarkeiten an einem Fußballmittag.

Metalust: Sterek statt Karlsruhe: There’s a place for us

St. Pauli NU: Jetzt ist Zeit für bedingungslose Optimisten

Kleiner Tod: Knapp verloren, 0:4.

St. Pauli con n: St. Pauli 0-4 Karlsruher: Vuelven las dudas

Magischer FC: Das Morgengrauen

USP: Bildergalerie zum Heimspiel

 

Ach ja, und da war ja noch was! Tschüss, liebe Nord! Du wirst uns fehlen! <3
Am Dienstag feiern wir ein letztes Fußball-Fest mit dir! Zieh bequeme Schuhe an – es wird getanzt!

 

 

 

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3 Gedanken zu “„Wir sind noch nicht so weit“

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