Crying in the rain

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: In Aue gibt’s …! Richtig. Vor allem, wenn der Gegner punktlos am Tabellenende steht. Da hilft auch kein Aufflackern gegen Sechzig. Ratlos geht es in den Abstiegskampf.

Trainerwechsel, unglückliche Niederlage gegen 1860 und nun zum punktlosen Tabellenletzten aus Aue. Entgegen aller „Aufbaugegner“-Rhetorik schwang immer wieder Hoffnung mit, dass das tiefe Tal der Tränen der Vrabec-Ära überwunden wäre. Leider sollte die mal so gar nicht erfüllt werden.

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Wäre ich bloß mal da eingestiegen

Euphorie ist was anderes

Ok, es war ja nicht alles schlecht. Die Hinfahrt glich einem Leben auf der Überholspur. Dank unseres sportlichen Busfahrers waren wir mal locker 20 Minuten vor Fanladenbus 2 in Aue. Schade, dass die Spieler kein ähnliches Tempo gehen konnten. Während der Fahrt wurde der frisch fertig gewordenen 13. Ausgabe des Millerntons gelauscht. Wie immer eine launig unterhaltsame Sache mit anekdotenreichem Beitrag zum Millerntor Roar.

Auch beim Spiel selbst gab es die vielzitierten Lichtblicke. Zumindest in der ersten Hälfte hatten die Braun-Weißen einige gute Chancen zur Führung. Bei mehr Glück (abgefälschter Schuss von Nöthe) oder mehr Können (Kopfball Verhoek) muss endlich mal nicht St. Pauli dem Gegentreffer hinterlaufen. Ob und wie Aue auf einen Rückstand reagiert hätte, dürfen sich Freunde einer besseren Alternativwelt ausmalen.

Thomas Meggle, der nach seiner Verbannung auf die Tribüne inklusive Anrempeln des Vierten Offiziellen zwei Spiele Sperre aufgebrummt bekommen hatte, quatschte vor dem Spiel mit den Fans. Während der Partie schaute er sogar wie angeraten im Gästeblock vorbei.

Das letzte Positiverlebnis des Tages verschaffte mir der Kauf des brandneuen USP-T-Shirts. Immerhin keine Rückfahrt im komplett durchnässten Hemd.

Nicht mehr weiter, lass‘ den Kopf jetzt hängen

Das Spiel haben die meisten wohl gesehen. Die Zuckergussvariante: An die Leistung vom vergangenen Sonntag konnte das Team nicht anknüpfen. Etwas ehrlicher ausgedrückt: So geht es mindestens! bis zur Winterpause nur gegen die unteren drei Plätze. Der Abstieg ist zwar noch in weiter Ferne, wird bei gleichbleibendem Erfolg aber die logische Folge sein. Das ist nicht schön, zumal Trainerwechsel und Transferperiode bereits hinter uns liegen. Welche Stellschrauben jetzt wie zu drehen sind? Ganz ehrlich gesagt, bin ich da ratlos.

Sind die Spieler verunsichert? Blockiert? Einfach nicht besser? Personell wird sich in den kommenden Monaten nichts tun. Wichtig ist deshalb vor allem, dass den Kickern die jetzt schon brenzlige Situation klar wird. Manch einer, für den St. Pauli als Sprungbrett nach oben dienen sollte, muss erst einmal die nötigen Fähigkeiten für Liga zwei abrufen – und das nicht nur sporadisch oder potentiell.

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Noch ein wenig dichter, bitte, lieber Regen. Dann sehen wir das Gekicke nicht mehr.

Sich vom Letzten im Endergebnis so wegfideln zu lassen, lässt selbst meinen grenzenlosen Optimismus ein wenig wackeln. Daher fand ich es sowohl emotional nachvollziehbar als auch konsequent, dass unsere guten Vorsänger sich nach dem 0:3 dazu entschlossen, vom Zaun zu steigen und die organisierte Unterstützung des Teams für diesen Abend zu beenden. In Fürth wurde die Verbundenheit zu den Kickern angesichts des Gegners und des nahenden Personalwechsels trotz selben Rückstands bis zum Ende sichtbar und und hörbar gemacht. Genau das fand ich in Aue nicht mehr passend. Man kann auch einfach mal schweigen. Dienstag sollten wir dann aber wieder laut sein. Wird immerhin 0:0 stehen!

 

If I wait for stormy skies
You won’t know the rain from the tears in my eyes
You’ll never know that I still love you so
Though the heartaches remain
I’ll do my crying in the rain

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4 Gedanken zu “Crying in the rain

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