Ostalbtraum

…oder das Gegenteil von Spaß.

„Wir waren über 90 Minuten nicht auf dem Platz.“  Roland V. (Trainerlegende)

Leider doch, möchte ich entgegnen. Auch einen Tag nach dem Spiel in Aalen gibt es schönere Dinge als sich mit dem 0:2 zu beschäftigen. Im Forum sprießen Entlassungsrufe und Wunschtrainernamen aus den missgestimmten Tastaturen. Ein Stimmungsaufheller ist auch dieser Bericht nicht.

Die positiven Lichtblicke sind schnell abgehandelt.

  • Das Wetter (!) war sowohl in Hamburg als auch bei den Auswärtsfahrern im Süden unangemessen heiter. Der für einen Freitag ordentlich gefüllte Gästeblock machte einen weitgehend guten Eindruck.
  • Debütant Ante Budimir wirkte nach nicht einmal einer Woche beim Team nicht schlechter integriert als seine schon länger bei St. Pauli angestellten Kollegen. Vier Torschüsse, zwei davon  dicke Chancen, lassen den ersten Treffer bereits am Firmament erahnen.
  • Die berühmte Luft nach oben war selten so groß. Vom Potential her jetzt.

Genug an dem Bild erfeut? Gut, denn nun zu weniger erbaulichen Punkten von gestern. (Keine Angst, ich belasse es beim Gröbsten)

  • Letzte Woche wurde bereits der Sinn einer Vorbereitung in Frage gestellt, die mehr als nur Kondition und Kraft steigern soll. Die Abläufe, Pass- und Laufwege oder die Abstände in der Defensive wirkten wie bereits in der Rückserie nicht rund. Unwitzigerweise fiel Ante Budimir nicht als Fremdkörper auf. Denn auch die restlichen Zehn, von denen immerhin sieben Spieler schon im vergangengen Jahr in Braun-Weiß spielten, ließen jede Eingespieltheit vermissen.
  • Aalen konnte seine über zehn Neuzugänge, von denen fünf auch eingesetzt wurden, wesentlich besser einbauen. Mit schnellem und präzisem Umschaltspiel kamen sie mehr als die beiden Male vor das Tor von Tschauner. Zwei oder drei Stationen, schon ergab sich eine gute Chance.
  • Verkehrt man eben Beschriebenes ins Gegenteil, so erhält man das Spiel des FCSP. Immer um Ballbesitz und Spielkontrolle bemüht, aber in der Aalener Hälfte zu langsam, zu fahrig, zu ungefährlich. Beachtliche 61% Ballbesitz stehen einem Torschussverhältnis von 11:22 gegenüber.

    • Es kam, wie es kommen musste. Roland Vrabec, im Winter als Versuch nach sechs Spielen zum Cheftrainer befördert und in der Endphase der Saison im Umgang mit Fabian Boll nicht sehr glücklich agierend, steht mehr denn je in der Schusslinie. Angesichts zweier sehr enttäuschender Auftritte ist sein ohnehin nicht allzu großer Kredit bei vielen schnell aufgebraucht. Selbst kein allzu großer Freund der „Marktmechanismisen“, wünsche ich mir ganz selbstlos einfach mal wieder mehr Spaß dabei, dem Team in Braun und Weiß zuzuschauen. Es ist wohl nicht allzu prophetisch gesprochen, wenn ich sage, dass Roland nicht mehr lange Trainer beim magischen FC sein wird, sollte mein Wunsch nicht in Erfüllung gehen.
    • Wer es besser machen kann und soll, das dürfen die Experten am (virtuellen) Stammtisch im gewohnt fundierten Prozess ermitteln.

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Verdeckten das Elend nur spärlich: Menschen und deren Köpfe

    • Zu guter Letzt: Dass ich den Bildschirm vor lauter wuseligen Bierholern nicht so richtig sehen konnte, ärgerte und nervte. Ebenso nervte und ärgerte es mich, wenn ich ihn sehen konnte. Eine klassische Lose-Lose-Situation also.

Nächsten Samstag geht im Pokal zum Fünftligisten aus Rathenow. Böse Stimmen flüstern mir, dass sich Vrabec dort mit einem Duselsieg seine Abfindung verdienen kann. Ich vertreibe sie mit einem gereizten „Geht doch zum hsv!“.

Dass die Schlagzeilen „Ostalbtraum“ und „Der reine Almtraum“ nicht vor Ideenreichtum sprühen, ist eine zärtliche Remineszenz an die kreative Spielweise der Braun-Weißen.

Weitere Berichte in Text und Bild:

USP hat geknipst

Nachbetrachtung im Übersteiger-Blog

MillernTon nach dem Spiel

Metalust: I liked my mem’ries as they were, but now I’ll leave rememb’rin’ this f*ckin’ Aalen-Spiel

Quotenrocker: Desolat in Aalen – Trotz oder wegen Ballbesitz

FCSP South End Scum

Breitseite-Bericht und Bilder

Province Fanatics: United we stand

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2 Gedanken zu “Ostalbtraum

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