Heißer Scheiß

Sommerpausen werden überwertet. Neuzugänge, Trainingslager, Saisonziele – alles nicht relevant. Unser FC St. Pauli lebt im ersten Spiel gegen Ingolstadt Kontinuität.

A(n)marsch in der Hitze

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Eventfans begeistert: Statt Harley- oder Cruise-Days mal eine kultige Chorgruppe.

Genau die bedeutet nach der vergangenen Spielzeit sehr durchwachsene Kost. Ob das auch auf das Grillen auf der Michelwiese zutraf, konnte ob verspäteten Eintreffens nicht eruiert werden. Der gemeinsame Gang zum Stadion über Baumwall und Landungsbrücken diente dem Stimmungsaufbau jedenfalls vorzüglich. Die schätzungsweise 5-700 Leute zogen mit Stimmen und Rauch die Aufmerksamkeit der Hafentouristen so auf sich, dass USP bald eine finanzielle Spritze von der Hamburger Tourismusfirma erwarten dürfte. Damit war dann auch genug der Sonne, so dass der Schatten der Südtribüne dankbar in Anspruch genommen wurde. Das galt weniger für das Catering, dass an mir nur ein Alster verdienen konnte. Trotz einiger unermüdlicher (aber zunehmend ermüdender) Trinker war die Farbe Pilsgold weniger als gewohnt zu sehen. Ob es wirklich am Bierpreis lag oder viele angesichts der Hitze ihr letztes Gramm Vernunft für die Entscheidung zum Wassertrinken benutzten, wird sich erst im Laufe der kommenden Spiele zeigen.

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Wer nur die Hälfte sieht, verpasst auch nichts.

 St.-Pauli-Fans aufgepasst: Es hat sich nichts geändert

Spieler und Bierpreise kommen und gehen, der Kick auf dem Rasen bleibt bestehen. Fünf Minuten lang wurde so engagiert und schnell gespielt, dass mal wieder falsche Hoffnungen geweckt wurden. Denn dieser Anfangselan verpuffte bei den Braun-Weißen wie so oft in der letzten Saison. Zwar war vor allem Buchtmann bemüht, das Spiel in die Füße zu nehmen, doch Chancen brachte das nicht. Allein Schachtens unfreiwilliger Befreiungskopfball vor des Gegners Tor ließ Besseres erwarten. Ingolstadt roch dieses harmlose Bemühen wie den Schweiß der gut 26.000 Anwesenden.

Ganz Hamburg mag die Nummer 6 nicht so

Den Rest in Halbzeit eins stand Ingolstadts Morales (Rückennummer 6) im Mittelpunkt. Zog er zunächst dank eines übertriebenen Fallers die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich (Alle auf die 6! Alle auf die 6! Alle, alle, alle auf die 6), musste er sie bei seiner guten Kopfballchance mit Tschauner teilen. Der fischte den aufsetzenden Ball mit seiner Pranke aus der Gefahrenzone. Das sollte kurz darauf aber nicht mehr gelingen. Ein reingestupster Freistoß und die Kopfballverlängerung eben jenes Morales reichten, damit die Kugel über Abwehr und Tschauner hinweg ins Tor fiel. Während das Gästeanhängsel noch Beifall klatschte, übertönte sie Hartmann mit einem Pfostenkracher. Dass sämtliche Verteidiger in Braun Fanarbeit betrieben und in die Rolle der (nassgemachten) Zuschauer schlüpften, war ebenso ehrenwert wie katastrophal. Vor der Pause hatten Verhoek noch die beste Möglichkeit, traf aus der Drehung aber nur die Hand von Öczan.

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Nicht nur beim berühmten 12. Mann. Der Support der Süd stimmt vor und während des Spiels.

 Weltklasse Gegonthert!*

Auch ein Fernschuss von Maier sowie ein Kopfball von Nöthe täuschten nicht darüber wenig, dass der FCI das bessere Team war und durch Leckie oder Morals auf 2:0 hätte erhöhen können. Spätestens ab 65 Minuten beschlich mich das Gefühl, dass der FCSP kein Rezept mehr parat hatte. Gut, dass unser neuer Kapitän sich in der 78. Minute dazu entschloss sein eigenes Süppchen zuzubereiten. Vom eigenen Sechzehner aus kochte Gonther unter Mithilfe von Maier und Nöthe alle Schanzer ab. Vor dem Gästetor servierte ihm Thy den Ball, von wo aus er den Sololauf mit einem Treffer in den Winkel garnierte. Mehr war in den Schlussminuten weder drin noch verdient.

Plusminus Null

Das erste Saisonspiel lässt kaum Verbesserungen zur Vorsaison erkennen. Nach einem flotten Start fällt die Elf von Vrabec in altbekannte Muster zurück. Die Neuen waren weder auffällig besser noch schlechter als der Rest. Görlitz lief und ackerte bemüht wie ein Bartels  an schwächeren Tagen, Buballa hielt sich nach vorne noch sehr zurück. Sobiech köpfte wie schon damals in Lübeck so ziemlich alles raus und wirkte sonst sehr solide. Das bißchen hsv wird man doch aus ihm rausbekommen. Nachwuchsspieler Bahn schien mit seiner Aufgabe mindestens ausgelastet. Dagegen brachte der für ihn eingewechselte Maier mehr Schwung. Das Transferfenster bekanntlich noch offen. Der Wechsel von Budimir, noch Angreifer bei NK Lokomotiva Zagreb, liegt näher denn je. Inwiefern das unser Aufbauspiel besser machen wird?

Eine ganz schlimme Saison ist mir diesem Team aber auch nicht zu erwarten. Angesichts der anderen Spiele könnte Liga zwei dieses Jahr sehr ausgeglichen werden. Fünf Remis, Heidenheim Tabellenführer, Darmstadt gewinnt, kein Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied. Das ist nach noch nicht mal einem Spieltag selbstredend wenig aussagekräftig.

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*Ganz ausdrücklich entschuldigen und schämen wir uns für diese Wortgurke. Vor allem, seitdem der liebe Übersteiger uns auf unsere Schwester im Geiste aufmerksam gemacht hat. Ebenso ganz ausdrücklich empfehlen wir diesem Twitter-Account nicht zu folgen.

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5 Gedanken zu “Heißer Scheiß

  1. […] Letzte Woche wurde bereits der Sinn einer Vorbereitung in Frage gestellt, die mehr als nur Kondition und Kraft steigern soll. Die Abläufe, Pass- und Laufwege oder die Abstände in der Defensive wirkten wie bereits in der Rückrserie nicht rund. Unwitzigerweise fiel Ante Budimir nicht als Fremdkörper auf. Denn auch die restlichen Zehn, von denen immerhin sieben Spieler schon im vergangengen Jahr in Braun-Weiß spielten, ließen jede Eingespieltheit vermissen. […]

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