Immer weiter, lass‘ den Kopf nie hängen!

Das war’s! Der FC St. Pauli unterliegt im direkten Duell um Platz drei dem SC Paderborn ziemlich deutlich und braucht an einen Aufstieg eigentlich gar nicht mehr zu denken. Der Witz an der Geschichte: er kann es dennoch. Schon am Freitag könnte (!) der FCSP wieder auf einen Punkt an die Ostwestfalen herankommen. Doch wer will das?

IMG_3254_2

Campingland in Rautenhand

Das Abenteuer

Nach dem 0:0 gegen Ingolstadt reisten wir, wie wohl auch viele anderen St. Paulianer, mit skeptisch-gespannter Hoffnung nach Paderborn. Die Anfahrt verlief problemlos und das Paderborner Land erwies sich als wohltuende Entschleunigungskur. Wir peilten einen völlig verlassen Campingplatz an, auf dem, bis auf zahlreiche Paderborn-, Deutschland- und HSV-Fahnen, keinerlei Regung herrschte. Über Wald und Wiesen erreichten wir in einem einstündigen Spaziergang die Paderborner Variante von Zivilisation. Da die Aufenthaltsqualität am Stadion überschaubar war, begaben wir uns schon eine Stunde vor Abpfiff in den bereits halbwegs gefüllten Gästeblock, wo wir uns über viele bekannte Gesichter aus der Süd freuen durften.

20140325_161401

Fast wie auf dem Weg zum Millerntor. Paderborner (li.) auf beliebtem Stadionanreisegefährt

Das Spiel

Die Paderborner legten vom Anpfiff weg richtig flott los. Nach etwa 15 Minuten und einigen heiklen Szenen vor Tschauners Tor kamen die Braun-Weißen allerdings besser ins Spiel und tatsächlich auch zu einigen Chancen. Ein strammer Fernschuss von Buchtmann flog nur knapp über das Tor, ein Kopfball von Gonther ging sogar an den Pfosten. Postwendend fingen wir uns aber leider das 0:1. Brückners Schuss aus der Distanz landete eher zufällig bei (natürlich) Saglik, der frei vor Tschauner treffen konnte. St. Pauli versuchte im Anschluss vor allem über aggressive Defensivarbeit den Paderbornern die Lust zu nehmen. Die Heimelf war aber fast immer einen Schritt schneller und konnte sich die meisten zweiten Bälle erobern. Wenn St. Pauli mal schnell in des Gegners Hälfte kam, endeten die Konter zumeist mit einem ungenauen Pass (von Rzatkowski). Mit dem knappen Rückstand zur Pause war für die zweite Hälfte aber  noch alles drin.

Über die Arena und das in ihr gespielte Liedgut ist schon vielfach gelästert worden. Das Halbzeitlied, das der liebe Gott den Paderbornern (und leider auch uns) trällerte, setzte dem Ganzen aber eine recht zweifelhafte Krone auf. Das war definitiv keine Musik in unser’n Oahrn.

einrichtungsarena

Bei der Geburt getrennt: Paderborner Arena (re.) und angrenzendes Möbelhaus (li.)

Foto-10

Halb Wellblech, halb Mensch: Gästeblock. U. re.: Windschiefe Grenzenlos-Fahne mit Kontakten zur Mafia

Was auch immer Vrabec für den zweiten Durchgang vorgegeben hatte, der SC Paderborn diktierte mehr denn je sein Spiel. Nach einer knappen Stunde traf Meha dann mit einem starken Schlenzer zum 2:0 für die Paderborner. Auch wenn vieles gegen den FCSP lief, war  der Wille nach wie vor zu spüren. Schachten peitschte bei einer Ecke mit seiner – wörtlich gemeint – unnachahmlichen Art den Gästeblock an. Der durchaus guten Chance zum Anschlusstreffer, die Nöthe knapp verpasste, folgte der nicht gerade zwingende Strafstoßpfiff gegen Kringe: Vrancic nahm den, wenn überhaupt nur leicht vorhandenen Kontakt, dankbar an und fiel. Saglik (natürlich) trat zum Elfer an und versenkte den Ball zum 3:0.

20140325_192237

Rotiert innerlich: Einsamer Schachten nach Abpfiff

Im Anschluss hatten beide Teams noch einige Chancen. Dass Verhoek und Thy aus kürzester Entfernung nicht wenigstens das 1:3 erzielen konnten, passte in diesen so ambitionierten aber glücklosen Tag. Das Team wirkte nach dem Spiel sichtlich schwer enttäuscht, dass es dieses mit viel Einsatz geführte Spiel so deutlich verloren hatte.

Das Ende?

Woran ist die glatte Niederlage festzumachen? Sicherlich waren die Gastgeber spielerisch (individuell und gesamtmannschaftlich) besser. St. Pauli fehlte es in der Paderborner Hälfte an Passgenauigkeit, zudem liefen einige Szenen mit dem Quentchen Pech für die Braun-Weißen. Das Forums(un)wort das Spieltags ist «Rotation», deren übermäßige und falsche Anwendung Vrabec zur Last gelegt wird. Paderborn ist dank des verdienten Sieges nun vier Punkte vor uns. Sollte Fürth am Freitag allerdings geschlagen werden, könnte das Verfolgerfeld wieder ganz eng zusammenrücken. Ob es verdient wäre oder überhaupt Sinn machen würde am Ende doch noch weiter oben zu landen, das sieht wohl jeder anders.

Doch: So lange etwas möglich ist, ist es auch möglich. Oder:

Immer weiter, lass‘ den Kopf nie hängen!

Du auf dem Rasen und wir auf den Rängen.

Gemeinsam sind wir stark! Sie brechen uns nie!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s