Wo ein Wille ist, ist auch ein Schachten

29.063 Zuschauer, mindestens ebenso viele Meinungen.

Was sich bereits im Stadion andeutete, wird in der Nachbetrachtung des 2:1-Erfolgs über Union immer klarer: Bei der Bewertung des Spiels gehen die Urteile in ganz unterschiedliche Richtungen. «Unterirdische Spieleröffnung», «langweilige erste Halbzeit», «Ziereis ein Totalausfall», und generell eine gewagte Aufstellung von Vrabec. Tatsächlich sorgte das Debüt von Ziereis auf der Sechs für allerhand Staunen. Der 20-Jährige Neuling wirkte zu Beginn der Partie hier und da etwas flatterig, legte bis zu seiner Auswechslung in der Schlussphase aber eine gelungene Premiere hin. Dass gegen einen direkten Mitkonkurrenten um die Aufstiegsplätze die dezente Heimflaute endlich beendet wurde, sollte ebenfalls nicht hinten runter fallen.

Der Reihe nach

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Drei Punkte fest im Blick

Ganz sachlich bewertete Union Trainer Uwe Neuhaus das Spiel nach Abpfiff. Er hatte im ersten Durchgang ein «intensives Spiel von beiden Mannschaften» gesehen, bei dem das «Ergebnis zur Halbzeit o.k. ist». Union erspielte sich nach den Anfangsminuten ein Übergewicht, ohne dass es allzu viele Torraumszenen zu sehen gab. Bis zur ersten Chance des Spiels dauerte es dann auch fast 25 Minuten. Nach einem Eckstoß (dazu später mehr) konnte Tschauner den Kopfball von Kreilach über Rzatkowskis Tolle hinweg halten, bevor letzterer den Nachschuss von Eggimann bereinigte. Beim FCSP sorgte Halstenbergs Distanzschuss erstmals für leichte Torgefahr, ehe Verhoek den Ball nach einem schönen Zuspiel von Kringe nicht an Union-Keeper Haas vorbeischieben konnte. Vor dem Pausenpfiff verfehlte Mattuschka mit seinem Schlenzer noch knapp den Winkel – die beste Chance bis dahin. Auch St. Pauli kam nochmals vor das Tor, der Kopfball von Mohr ging aber einen guten Meter daneben. Deutlich zu erkennen war, dass Vrabec sein Team auf konzentrierte Arbeit in der Defensive eingestellt hatte. Die Gäste sollten das Spiel machen und damit Räume eröffnen. Das Spiel war bis dahin zwar arm an Torchancen, dürfte aber dem Trainergespann einigermaßen gefallen haben (man denke im Vergleich nur an das Spiel gegen Köln).

Scheiße, Ecke

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Glücksbringer?

Warum die Braun-Weißen nach Wiederanpfiff nicht mit der gleichen Aufmerksamkeit gegen den Ball arbeiteten, kann einer der vielen Schreibtischtrainer gerne analysieren. Die Köpenicker kamen jedenfalls zu einer Reihe an Abschlüssen. Doch die Schüsse von Terodde, Pfertzel und auch Brandy wurden letztlich aus Positionen heraus abgegeben, die nicht so richtig gefährlich waren. Der Versuch von Köhler war da schon ein anderes Kaliber. Tschauner lenkte den hohen Ball aus kurzer Distanz aber stark über die Latte. Womit wir beim leidigen Thema «Eckball» wären. Den trat Mattuschka wie in Halbzeit eins auf den Kopf von Kreilach, dessen Kopfball Tschauner noch abwehren konnte. Da Terodde den Ball im Fünfer als reaktionsschnellster schließlich doch über die Linie drückte, nutzte die Parade aber ziemlich wenig (und damit hätten wir dann den 13. Gegentreffer nach eine Ecke in dieser Saison). [07.03.: Nach intensiver Recherche sind es wohl «nur» elf Gegentore)

Wo ein Wille ist, ist auch ein Schachten

Dass man dann nicht ewig dem Rückstand hinterherlaufen und eventuell hinten aufmachen muss, ist dem stapfenden, schnaubenden und stets anmutigen Sebastian Schachten (Kurz vor Fußballgott) zu verdanken. Sein unbändiger Wille zum Torabschluss und seine Wendigkeit wie ein Doppelgelenkbus bringen nur wenige Minuten nach dem Gegentor den 1:1-Ausgleich. Die Rzatkowskis, Thys und Nöthes dieser Welt hätten in diesem Moment aller Voraussicht nach noch eine Ablage oder ein Zuspiel gesucht.

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Danach haben St. Pauli (Freistoß Halstenberg an den Pfosten) und Union (Mattuschka mit Volleyhammer über Tschauners Fingerspitze an die Latte) noch dicke Chancen zur Führung. Als Verhoek in den Schlussminuten frei vor dem Gästetor an Haas scheitert, riecht es nach einem Remis. Doch der frisch eingewechselte Maier hat kurz vor Schluss einen guten Riecher, als er auf Halstenberg in den Sechzehner durchsteckt. Der schiebt den Ball einfach scharf nach innen, wo Fin Bartels nach eigener augenzwinkernder Aussage «den Ball mit meinem starken Linken perfekt» traf und zum späten 2:1-Siegtreffer einnetzte.

Ende gut, alles gut!

So darf es am Sonntag (9.3.) gegen den FSV gerne weitergehen.

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