Steine schmeißen, das lass‘ sein, ist dein Dynamo noch so klein

Plötzlich wieder im Aufstiegsrennen.

Nun gut, so plötzlich nun auch wieder nicht. Auch wenn besonders skeptische Stimmen die Punkte in Richtung Abstieg rückwärtsrechneten und den Trainer perspektivisch vor der Entlassung sahen, war der FCSP auch nach den zuletzt schwachen Auftritten gegen Bielefeld und Bochum nie mehr als drei Punkte vom dritten Rang entfernt. Hinzu kommt, dass sich die Verfolgung von Spitzenreiter Köln mehr denn je zum vielzitierten «Schneckenrennen» entwickelt. Auch (oder vor allem) deshalb ist der magische FC nach dem Erfolg in Dresden nur noch einen Zähler von einem direkten Aufstiegsplatz entfernt.

Das Spiel

Bisher gab es bei Dynamo bekanntlich nichts zu holen. Kein einziges Pünktchen konnten die Braun-Weißen aus Dresden bis dato mitnehmen. Ohne John Verhoek, dessen Kurzeinsätze zuletzt das Trainerteam offensichtlich nicht begeistern konnten, und Fin Bartels, der zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen hat, sollte dies nun geändert werden. Mit dabei war dagegen wieder Christopher Buchtmann, der seine Gelbsperre abgesessen hatte.

Zu Spielbeginn hatten die abstiegsbedrohten Dynamos leichte Vorteile, kamen aber nicht über einen gefährlich Abschluss von Slatko Dedic hinaus. Die erste Chance für Sankt Pauli vergab Florian Kringe. Dessen Kopfball nach der Flanke von Christopher Buchtmann wehrte SGD-Keeper Thorsten Schulz zur Ecke ab. Im zweiten Anlauf war Kringe dann aber erfolgreich. Die Hereingabe von Tom Trybull nickte der Routinier ins lange Eck ein (35.). Dresden konnte das Gegentor aber noch vor der Pause wettmachen. Nach dem Foul von Marcel Halstenberg führte Dynamo den Freistoß blitzschnell aus und überraschte damit die St.-Pauli-Abwehr. Weil Markus Thorandts Befreiungsschüsschen dann auch noch zu kurz geriet, konnte Marco Hartmann den Ball aus kurzer Distanz in den linken Winkel schlagen (44.)

Nach der Halbzeit nutzte St. Pauli dann seinerseits einen Standard zur erneuten Führung. Marcel Halstenberg zielte mit einem Freistoß auf das Torwarteck, sodass Dynamo-Keeper Thorsten Schulz keine Abwehrchance blieb (54). Gegen Bochum hatte Halstenberg aus ähnlicher Position und mit der gleichen Idee das Tor ganz knapp verpasst.

In der halben Stunde vor Spielschluss agierte St. Pauli dann anders, als es noch gegen Bielefeld der Fall gewesen war. Roland Vrabec brachte mit Kevin Schindler (65.) und Florian Mohr (83.) zwei wuchtige Spieler, die einen späten Gegentreffer diesmal verhindern sollten. Bei den Ecken wurde bereits knapp zehn Minuten vor Abpfiff auf Zeit gespielt. So ergaben sich kaum Chancen für den FCSP, doch auch Dresden konnte damit wirkungsvoll vom eigenen Tor ferngehalten werden. Das (verständliche) Zittern in der Schlussphase entpuppte sich daher im Rückblick als unbegründet.

Und sonst: Steine schmeißen, das lass‘ sein, ist dein Dynamo noch so klein.

Gästespieler mit Flaschen und Steinen einzudecken, lässt sich auch nicht mit unvorsichtigem «Abweichen von einer empfohlenen Abfahrtsroute» entschuldigen. Dass zudem eine St.-Pauli-affine Kneipe in der Dresdner Neustadt attackiert wurde, rundet das Bild einer Teilmenge von Dynamofans leider ab.

Ausblick: Montag gegen Union

Nächste Woche also ein vermutlich ausverkauftes Flutlichtheimspiel gegen Union. Klingt für unbedarfte Ohren erstmal geil. Ist es aber im Hinblick darauf, wie unser Team mit derlei Konstellationen in dieser Spielzeit umgegangen ist, nicht. Die Heimschwäche am Millerntor ist mittlerweile bekannt, Platz 13 in der Heimtabelle ein klarer Ausdruck dafür. Besonders auffällig wird es bei der Statistikspielerei, die wir exklusiv für euch angestellt haben. Vor ausverkauftem Haus konnte St. Pauli in dieser Saison noch kein einziges Spiel gewinnen (drei Niederlagen, ein 1:1 gegen Düsseldorf). Das wiegen auch drei Siege und ein Remis am Montagstermin nicht auf.

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